Der Karlspreisträger 1991

Václav Havel

Präsident der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik

Zur Person:
  • Geboren am 5. Oktober 1936 in Prag.
  • 1954 - 1957 Studium der Verkehrswissenschaft an der Technischen Hochschule Prag, durfte das Studium aber aus politischen Gründen nicht abschließen. Danach diverse Tätigkeiten an Theatern in Prag, zuletzt als Dramaturg. Ab 1960 Hausautor des Theater am Geländer in Prag, wo seine ersten drei Stücke (1963, 1965, 1968) uraufgeführt wurden. Nach dem Ende des Prager Frühlings (1968) erhielt er - er war prominentester Regimekritiker - Aufführungs- und Publikationsverbot.
  • 1977 war er Mitbegründer und Wortführer der Bürgerrechtsgruppe Charta 77, die Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten in der CSSR forderte. Der Bürgerrechtler wurde mehrfach verhaftet und stand zeitweise unter Hausarrest.
  • 1989 organisierte er als Vorsitzender des neu gegründeten Bürgerforums die Massenproteste der Opposition. Als Symbolfigur des gewaltlosen Widerstands hatte er entscheidenden Anteil an der politischen Wende in der CSSR. Im Dezember 1989 wurde er einstimmig zum ersten demokratisch gewählten Staatspräsidenten der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik vom Parlament bestimmt. Nach Auflösung der Föderation (1992) trat er zurück. 1993 wurde er Staatspräsident der Tschechischen Republik.
Der Text der überreichten Urkunde lautet: Der Text der überreichten Medaille lautet:

Am Himmelfahrtstag, dem 9. Mai 1991, wurde im Krönungssaal des Rathauses, der ehemaligen Kaiserpfalz, der Internationale Karlspreis zu Aachen an den Präsidenten der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik Václav Havel verliehen in Würdigung seines Einsatzes für den Geist der Freiheit und die Verwirklichung des Friedens in seinem Land und in ganz Europa.

Karlspreis zu Aachen 1991
Václav Havel
Symbol der Verständigung in Europa

Der Festakt zur Preisverleihung fand am 9. Mai 1991 in Aachen statt. Anlässlich der Preisüberreichung wurden folgende Reden gehalten: